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Südwest Presse: Kommentar zur "Dolping-Tour"
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Ulm (ots) - Wer tatsächlich geglaubt hat, dass der Radsport einen Neuanfang wagt, der wurde gestern abermals gründlich enttäuscht. Alexander Winokurow heißt der neueste Dopingfall. Mit ihm verschwindet gleich das ganze halbseidene Astana-Team von der Bildfläche. Doch das reicht nicht: Brecht die Doping-Tour ab! Im Gelben Trikot fährt Michael Rasmussen, der wegen verpasster Kontrollen schon aus dem dänischen Nationalkader geflogen ist, ums Grüne kämpft mit Erik Zabel ein geständiger Epo-Nutzer. Dessen früherer Zimmergenosse und Mit-Doper Rolf Aldag steht T-Mobile als Sportdirektor vor, Christian Henn tut dies bei Gerolsteiner. Die Liste der (Ex-)Betrüger lässt sich beliebig verlängern. Worthülsen wie "Neuanfang" und "sauberer Sport" machten vor dem Tour-Start die Runde. Die Deutschen spielten sich als Vorreiter im Antidoping-Kampf auf. Als Patrik Sinkewitz' positiver Befund herauskam, passierte intern nichts. Auch der Sponsor T-Mobile bezeugte trotz gegenteiliger Ankündigung seine Treue. Vor einer Wiedergeburt muss der Doping-verseuchte Radsport offenbar erst begraben werden. Noch immer stecken zu viele Millionen Euro in den Teams, noch immer verfolgen zu viele Millionen an der Strecke oder vor dem Fernseher die Tour. Das Argument, dass ein Abbruch vor allem die jungen, sauberen Fahrer trifft, zieht nicht mehr. Denn genau die sind jetzt schon die Verlierer. Weil ihnen keiner mehr glaubt, dass es auch ohne Doping geht.
Originaltext: Südwest Presse Digitale Pressemappe: http://presseportal.de/story.htx?firmaid=59110 Pressemappe via RSS : feed://presseportal.de/rss/pm_59110.rss2
Pressekontakt: Rückfragen bitte an: Südwest Presse Lothar Tolks Telefon: 0731/156218
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