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Der Tagesspiegel: Helmut Digel fordert Verzicht auf olympische Jugendspiele: "Olympischer Sport gefährdet sich selbst

Berlin (ots) - Helmut Digel, Vizepräsident des
Leichtathletik-Weltverbandes, hat den Verzicht auf olympische
Jugendspiele gefordert. Die geplante Einführung durch das
Internationale Olympische Komitee (IOC) sei "fatal, weil sie einen
Selbstgefährdungsprozess des olympischen Sports begünstigt", schrieb
Digel in einem Beitrag für den "Tagesspiegel am Sonntag". Mit
Olympischen Wettbewerben für den Nachwuchs gehe auch eine Abwertung
der großen Spiele einher. "Das IOC verkennt, dass für die
Jugendlichen dann nichts anderes zählen wird als der olympische Sieg,
dass in jenem Land, in dem die ersten Jugendspiele ausgetragen
werden, das neue olympische Event die gleiche Funktion auszuüben hat
wie die großen Olympischen Spiele, und dass das neue Event ohne eine
umfassende Vermarktung nicht existieren wird", schrieb Diegel, der
auch Direktor des Instituts für Sportwissenschaft der Universität
Tübingen ist. Das IOC will auf seiner Session in der kommenden Woche
in Guatemala beschließen, Olympische Spiele für Jugendliche
einzuführen. Sie sollen alle vier Jahre stattfinden.






Helmut Digel wandte sich in seinem Beitrag für den "Tagespiegel am
Sonntag" gegen immer neue Wettbewerbe im Sport: "Die Klub-Wettbewerbe
sind mittlerweile so zahlreich, dass der Zuschauer oft nicht mehr
weiß, aus welchem Grund welche Mannschaft an welchem Tag gegen eine
andere spielt." Bei der Ausweitung des Jahreskalenders der
verschiedenen Sportarten werde nicht wahrgenommen, "dass nicht nur
die Ressource Zeit für den Mensch endlich ist, sondern dass sich im
Sport selbst die Ressource Mensch in der Form seiner Spieler und
Athleten ebenfalls als endlich erweist". Dies zeige sich allein
darin, dass eine ganze Reihe der olympischen Sportarten erhebliche
Nachwuchsprobleme habe. Digel meinte dazu: "Die Belastbarkeit des
Menschen als Athlet gerät psychisch, sozial und vor allem physisch an
ihre Grenzen. Diese Grenzen sind in vielen Sportarten bereits
erreicht oder überschritten. Die Zunahme des Dopingbetrugs bringt
dies deutlich zum Ausdruck." Im Handball könne man etwa beobachten,
dass sich Spielerinnen und Spieler viel zu oft selbst mit Tabletten
behandeln. Auf diese Weise können wohl die Schmerzen verdrängt
werden, die sonst das Spiel unmöglich machen würden.

Originaltext: Der Tagesspiegel
Digitale Pressemappe: http://presseportal.de/story.htx?firmaid=2790
Pressemappe via RSS : feed://presseportal.de/rss/pm_2790.rss2

Pressekontakt:
Der Tagesspiegel
Chef vom Dienst
Thomas Wurster
Telefon: 030-260 09-308
Fax: 030-260 09-622
cvd@tagesspiegel.de
 



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